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10/2002:
Schnelle Hilfe bei Arbeiten mit Mausmodellen
Wissenschaftlern, die mit Mausmodellen arbeiten, bietet Medigenomix eine Reduzierung der Bearbeitungszeit von bis zu 50% an. Die Methode: Genotypisierung mit Mikrosatellitenmarkern.
Normalerweise wird bei der Generierung von Knockout Mäusen oder transgenen Mäusen mit ES Zellen der Mauslinien C3H oder 129/Sv gearbeitet. Anschließend werden dann diejenigen Mäuse, die den gewünschten Genotyp aufweisen, auf die Mauslinie C57BL/6 rückgekreuzt. Werden diese Rückkreuzungsexperimente ohne Kontrolle des genetischen Anteils der einzelnen Mauslinien durchgeführt, sind zehn bis zwölf Generationen notwendig, bis man davon ausgehen kann, dass die betreffende Maus - mit Ausnahme des Transgens bzw. Knockouts - genetisch einer C57BL/6 entspricht. Dieser Vorgang dauert in der Regel bis zu drei Jahren.
Mit Hilfe der Mikrosatellitenanalyse kann der dafür benötigte Zeitraum um die Hälfte reduziert werden. Durch Einsatz von ca. 90 Markern, welche gleichmäßig über das Genom verteilt sind, können die Mauslinien C57BL/6, C3H, 129/Sv und BALB/c voneinander unterschieden werden. Zunächst bestimmt man in jeder Generation den genetischen Anteil der eingesetzten Mauslinien. Anschließend wird mit den Mäusen weitergezüchtet, die einen überdurchschnittlich hohen genetischen Anteil jener Mauslinie aufweisen, auf welche rückgekreuzt werden soll.
Durch diese gezielte Auswahl der Zuchttiere kann man schon nach sechs Generationen Mäuse erhalten, die den Genotyp der gewünschten Mauslinie haben.
Mapping von Mutationen
Ein weiterer Einsatzbereich der Mikrosatellitenanalyse ist das Mapping von Mutationen. Durch zwei- bis dreimalige Rückkreuzung von Mäusen mit interessantem Genotyp, die von mutagenisierten Foundertieren abstammen, auf eine andere Linie (z.B. ENU-behandelte C3H Mäuse auf C57BL/6 Mäuse) inklusive Analyse der Marker, lässt sich das Chromosom bestimmen, auf dem die Mutation liegt.
Anschließend wird durch die Analyse weiterer auf dem betroffenen Chromosom liegender Marker ein Feinmapping durchgeführt, das im günstigsten Fall die Lokalisation des betroffenen Genlocus auf 0,1 cM eingrenzt. Im Anschluss können in dieser Region liegende Kandidatengene kloniert oder direkt sequenziert werden, um so die verantwortliche Mutation für den Phänotyp zu bestimmen.
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